Bislang wurde Gewalt gegen Frauen vor allem als soziale und rechtliche Problematik angesehen, die Akut- und Langzeitfolgen auf die psychische, körperliche, sexuelle und reproduktive Gesundheit kommen erst langsam in das Blickfeld damit befasster Be-rufsgruppen.
Die Europäische Region der WHO hat der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen oberste Handlungspriorität eingeräumt. Die Voraussetzung dafür ist, dass häusliche Gewalt und Ver-gewaltigung als Probleme der öffentlichen Gesundheit anerkannt werden.
Inhalte des Seminars - Arbeitsschwerpunkte: In der täglichen Arbeitspraxis können Verletzungen sowie psychosomatische Beschwerden und psychiatrische Erkrankungen auf Gewalterleben hinweisen. Bei den Langzeitfolgen sind z.B. eine Vielzahl von anhaltenden psychosomatischen Symptomen zu beobachten. Im Bereich der posttraumatischen Belastungsstörungen, wie sie unter anderem auch bei Geisel- oder Folteropfern auftreten, wird von der wichtigen Erkenntnis ausgegangen, dass verschiedenste Symptome als Verarbeitungs-, Anpassungs- und Überlebensstrategien anzusehen sind.
Um folgende zentrale Fragen soll es in diesem Seminar gehen: Wie können Mitarbei-ter/innen von Beratungsstellen die gesundheitlichen Folgen von Gewalt erkennen und in ihre Beratungs- und Betreuungstätigkeit einbeziehen? Welchen Stellenwert haben sie in der Beratung, Dokumentation, Thematisierung bei Wegweisung bzw. einstweiliger Verfügung? Gewalt als traumatische Erfahrung - Welche möglichen Akut- und Langzeitfolgen sind mittlerweile bekannt? Wie kann innerhalb der Beratung das Gesundheitshandeln gewaltbetroffener Frauen positiv beeinflusst werden? Was ist bei der Beschreibung von gesundheitlichen Folgen zu beachten (z. B. bei Obsorgeverfahren)? Welches Wissen brauchen Opfer von Gewalt im Hinblick auf sozialpsychiatrische Gutachten? Wie kann die Kooperation mit den Gesundheitseinrichtungen gestaltet bzw. verbessert werden? u.a.m.
Die SeminarteilnehmerInnen bekommen zudem Informationen zum Stand der Bildungsinitiativen im österreichischen Gesundheitswesen, zum "Leitfaden" für das Gesundheitswesen ("Gesundheit Österreich") sowie ein Skriptum (gesetzliche Grundlagen etc.) zur Verfügung gestellt.
Methoden: Theorieinputs, Arbeit an Beispielen aus der eigenen Arbeitspraxis in Kleingruppen und/oder im Plenum u.a.m.Beide verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Beratung und Betreuung von gewaltbetroffenen Frauen, Multiplikatorinnenschulung (Polizei, Gesundheitsbereich, soziale Einrichtungen), Koordination/Organisation des Projektes: "Gewalt gegen Frauen - Die Bedeutung des Gesundheitswesens" in Niederösterreich. Zahlreiche einschlägige Veröffentlichungen.
Kontaktperson für Anmeldung/eventuelle Rückfragen: Mag.a Elisabeth Eckhart, Frauenberatungsstelle Zwettl, Galgenbergstr. 2, 3910 Zwettl, Tel: 02822 522 71, e-mail: eeckhart[at]frauenberatung.zwettl.atJedes Mädchen verfügt über eigene Stärken. Durch die angebotenen Übungen und Gespräche werden sie bewusst gemacht, entwickelt und in Verbindung mit dem eigenen Körper gebracht. Das gibt Mut und Kraft in schwierigen Situationen.